Zwölf Gruppen, 48 Teams, 96 Gruppenspiele. Als die FIFA am Tag der Auslosung die Kugeln öffnete, hielt ich mein Notizbuch bereit und schrieb mit: Jede Gruppe, jede Reaktion, jede erste Einschätzung. Einige Konstellationen liessen mich aufhorchen – Argentinien und Österreich in Gruppe J war offensichtlich der Moment, der in Wien für Gänsehaut sorgte. Aber das Turnier ist so viel größer als eine einzelne Gruppe. In den folgenden Absätzen nehme ich dich mit auf eine Reise durch alle zwölf Gruppen, von A bis L, mit dem Blick eines Wettanalysten, der nach Value sucht – und mit dem Herzen eines österreichischen Fans, der zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder WM-Luft atmen darf.
Die Auslosung – der Moment, der alles entschied
Ich erinnere mich an wenige Auslosungen, die so viel Gesprächsstoff lieferten wie diese. Das neue Format mit 12 Vierergruppen bedeutete, dass die Topfstruktur anders funktionierte als gewohnt. Topf eins enthielt die drei Gastgeber (USA, Mexiko, Kanada) und die neun bestplatzierten Mannschaften der FIFA-Weltrangliste – darunter Argentinien, Frankreich, Brasilien, England, Spanien, Belgien, die Niederlande, Portugal und Deutschland. Die restlichen drei Töpfe wurden nach Ranking befüllt, wobei Österreich als aufsteigender Stern der europäischen Qualifikation in Topf drei landete.
Für Österreich als Team aus Topf drei war klar: Ein Topf-eins-Gegner ist unvermeidlich, und er heißt Argentinien. Aus Topf zwei kam Algerien, aus Topf vier der Debütant Jordanien. Eine Gruppe, die nicht zu den leichtesten gehört, aber auch nicht zu den härtesten – jedenfalls nicht im Vergleich zu dem, was andere erwischt haben. Gruppe L mit England, Kroatien, Ghana und Panama zum Beispiel bietet kein einziges Spiel, das man als sicher bezeichnen könnte. Gruppe H mit Spanien, Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde ist auf den ersten Blick klar strukturiert, hat aber mit Saudi-Arabien einen Stolperstein eingebaut, der bei der letzten WM Argentinien zu Fall brachte.
Die Auslosung bestimmt nicht nur Gegner, sondern auch Spielorte, Anstoßzeiten und damit die logistischen Herausforderungen jeder Mannschaft. Teams in den westlichen Gruppen (Spielorte in Kalifornien, Seattle) haben andere klimatische Bedingungen als Teams im Südosten (Miami, Houston, Atlanta). Ein Spiel in der Mittagshitze von Dallas fühlst sich anders an als ein Abendspiel im milden Klima von San Francisco. Für Wettende ist das ein relevanter Faktor: Die Spielorte beeinflussen die Fitness, die Reisemüdigkeit und letztlich die Ergebnisse. Europäische und südamerikanische Teams, die an gemäßigte Temperaturen gewöhnt sind, könnten in Houston oder Miami Probleme bekommen, während afrikanische und asiatische Mannschaften mit der Hitze besser umgehen.
Neues Format – wie die Gruppenphase funktioniert
Wer die WM 2022 mit 32 Teams und acht Vierergruppen kennt, muss bei der WM 2026 umdenken. Die Grundstruktur bleibt gleich – Vierergruppen mit je drei Spielen pro Team -, aber die Dimension ändert sich radikal. 12 Gruppen statt 8 bedeuten mehr Spiele, mehr Parallelität und ein komplizierteres Qualifikationssystem für die K.o.-Runde.
Die ersten zwei jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die Runde der 32 – das sind 24 Teams. Dazu kommen die acht besten Gruppendritten, ermittelt nach Punkten, Tordifferenz und weiteren Kriterien. Insgesamt erreichen 32 von 48 Teams die K.o.-Phase – das sind zwei Drittel aller Teilnehmer. Bei der WM 2022 kamen 16 von 32 weiter, also die Hälfte. Die Chance, weiterzukommen, ist bei der WM 2026 also höher, was die Gruppenphase in einem entscheidenden Punkt verändert: Das dritte Gruppenspiel verliert an Dramatik, weil selbst ein Gruppenletzter mit einem Sieg und einer Niederlage noch Chancen auf das Weiterkommen als Dritter haben kann.
Für Wettende hat das konkrete Auswirkungen. Die dritten Gruppenspiele werden taktischer, weniger risikofreudig. Teams, die bereits qualifiziert sind, werden rotieren. Teams, die noch eine Chance haben, spielen kalkuliert, nicht verzweifelt. All das beeinflusst die Tore, die Ergebnisse und die Quoten. Die Unter-Märkte gewinnen im dritten Spieltag an Attraktivität, weil weniger Teams um ihr Leben kämpfen müssen.
Ein weiterer Punkt: Die Runde der 32 ist neu. Bisher begann die K.o.-Phase mit dem Achtelfinale (16 Teams). Jetzt gibt es eine zusätzliche Runde mit 32 Teams – acht Spiele mehr, acht zusätzliche Wettmöglichkeiten. Diese Runde wird schnell gespielt, oft nur zwei Tage nach dem letzten Gruppenspiel. Teams mit einem frühen dritten Gruppenspiel haben mehr Erholungszeit – ein Faktor, den der WM-Wetten-Guide im Abschnitt zur Turnierstrategie ausführlich behandelt.
Die Berechnung, welche Gruppendritten weiterkommen, ist komplex und hängt von der Gesamtkonstellation aller zwölf Gruppen ab. Bei der EM 2016, die ein ähnliches System verwendete (24 Teams, sechs Gruppen, vier beste Gruppendritte), kamen Mannschaften mit vier Punkten sicher weiter, und drei Punkte reichten in manchen Fällen. Bei der WM 2026 mit zwölf Gruppen dürfte die Schwelle ähnlich liegen: Vier Punkte sind fast sicher ausreichend, drei Punkte könnten reichen, wenn die Tordifferenz stimmt. Für Österreich in Gruppe J bedeutet das: Selbst bei einer Niederlage gegen Argentinien reichen ein Sieg gegen Jordanien und ein Unentschieden gegen Algerien für vier Punkte – und damit sehr wahrscheinlich für die K.o.-Runde.
Gruppen A bis D – Gastgeber und ihre Herausforderer
In Gruppe A steht Mexiko als erster Gastgeber unter Druck. Das Eröffnungsspiel gegen Südafrika im Estadio Azteca am 11. Juni ist der Startschuss für das gesamte Turnier – und für Mexiko eine Chance, sich vor eigenem Publikum in Szene zu setzen. Südkorea und ein UEFA-Playoff-Team komplettieren die Gruppe. Mexikos Quoten auf den Gruppensieg liegen bei etwa 2.00 – der Heimvorteil in Mexiko-Stadt ist real, aber Südkorea mit Son Heung-min ist kein Gegner, den man unterschätzen sollte. Südafrika bringt die Erinnerung an die WM 2010 im eigenen Land mit und will beweisen, dass der afrikanische Fußball mehr zu bieten hat als nur Gastgeber-Auftritte.
Gruppe B vereint Kanada, die Schweiz, Katar und ein weiteres UEFA-Playoff-Team. Kanada als zweiter Gastgeber hat mit Alphonso Davies einen Star von Weltformat – der Aussenbahnspieler von Bayern München ist einer der schnellsten Spieler der Welt und bei seinem Heim-WM besonders motiviert. Aber die Kadertiefe jenseits von Davies und Jonathan David ist begrenzt, und das Team muss beweisen, dass es auf WM-Niveau bestehen kann. Die Schweiz unter Murat Yakin ist der Inbegriff des unbeqümen Turniergegners – taktisch diszipliniert, schwer zu schlagen, selten spektakulär, aber immer gefährlich. Bei der EM 2024 erreichte die Schweiz das Viertelfinale und schaltete auf dem Weg dorthin Italien aus. Katar, Gastgeber 2022, hat bei der eigenen WM alle drei Gruppenspiele verloren und muss beweisen, dass der Fußball im Land über das Turnier hinaus gewachsen ist. Die Investitionen in die Qatar Stars League und die Nachwuchsförderung sollten Früchte tragen – aber ob das reicht, um in der Gruppenphase zu bestehen, ist fraglich. Für Wettende ist Gruppe B eine der berechenbareren: Schweiz und Kanada dürfte die K.o.-Runde erreichen, die Quoten spiegeln das wider.
Gruppe C ist eine der attraktivsten des Turniers: Brasilien, Marokko, Schottland und Haiti. Brasilien als Favorit, Marokko als WM-Halbfinalist 2022, Schottland als kämpferischer Außenseiter und Haiti als Debütant – eine Mischung, die für Fußball-Puristen und Wettende gleichermassen reizvoll ist. Das Duell Brasilien gegen Marokko könnte eines der besten Gruppenspiele der gesamten WM werden – zwei Mannschaften mit völlig unterschiedlichen Spielstilen, aber auf hohem Niveau. Brasiliens Offensive gegen Marokkos organisierte Defensive, die bei der letzten WM Belgien, Spanien und Portugal neutralisierte. Schottlands Chancen auf das Achtelfinale hängen davon ab, ob die Tartan Army gegen Haiti drei Punkte holt und dann gegen Brasilien oder Marokko einen Punkt mitnimmt. Die Quoten für Schottlands Weiterkommen liegen bei etwa 4.00 – ein Markt, der Value bieten könnte, wenn Schottlands defensive Stabilität unter Steve Clarke greift. Haiti wird in den Quoten klar hinten stehen, aber die haitianische Diaspora in den USA wird die Stadien füllen und für eine Atmosphäre sorgen, die den Favoriten unter Druck setzen kann.
Gruppe D ist die Gruppe des dritten Gastgebers: USA, Paraguay, Australien und ein UEFA-Playoff-Team. Die USA spielen mit dem Druck und dem Vorteil des Heimturniers. Christian Pulisic, Weston McKennie und Gio Reyna bilden ein Mittelfeld, das in den europäischen Topligen Erfahrung gesammelt hat, und der Heimvorteil in amerikanischen NFL-Stadien mit 70.000 und mehr Zuschaürn ist ein Faktor, den keine Quote vollständig abbilden kann. Paraguay und Australien kämpfen um den zweiten Platz, wobei Australien mit seiner Erfahrung aus der WM 2022 (Achtelfinale gegen Argentinien) einen leichten Vorteil hat. Paraguays südamerikanische Härte und Erfahrung mit Turnierfussball machen das Duell um Platz zwei zu einem der engsten des Turniers. Die Quoten auf den US-Gruppensieg liegen bei 1.60 bis 1.80 – der Heimvorteil bei einer WM ist statistisch einer der stärksten Faktoren im gesamten Fußball. Seit 1998 hat jeder WM-Gastgeber die Gruppenphase überstanden.
Gruppen E bis H – wo es am härtesten wird
Gruppe E hat das Zeug zur Todesgruppe: Deutschland, Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao. Drei Teams mit realistischen Ambitionen auf das Achtelfinale und ein WM-Debütant, der für Überraschungsmomente gut ist. Deutschland ist der Favorit, aber nach zwei Vorrunden-Aus in Folge (2018, 2022) lastet ein enormer Druck auf der Mannschaft. Für österreichische Fans, die die deutsche Bundesliga verfolgen, ist diese Gruppe besonders relevant: Viele der Spieler auf beiden Seiten sind aus dem wöchentlichen Ligabetrieb bekannt. Die Elfenbeinküste mit dem Afrika-Cup-Sieg 2024 im Rücken ist selbstbewusst und technisch stark – Sebastian Haller kennt die Bundesliga aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt. Ecuador bringt mit Moises Caicedo von Chelsea und dem 17-jährigen Kendry Päz zwei der spannendsten jungen Spieler des Turniers, deren Geschwindigkeit und Dribblingstärke jede Defensive vor Probleme stellen. Curaçao wird in den Quoten als klarer Außenseiter geführt, aber für das Inselvolk mit rund 150.000 Einwohnern ist jedes WM-Tor eine historische Leistung, die das ganze Land feiert. Für Wettende ist Gruppe E ein Paradies: Die Unsicherheit um Deutschland treibt die Quoten auf Elfenbeinküste und Ecuador in attraktive Bereiche, und der Markt „Deutschland scheidet in der Gruppenphase aus“ liegt bei erstaunlichen 5.00 bis 6.00 – nach zwei Vorrunden-Desastern kein abwegiges Szenario.
Gruppe F bringt die Niederlande, Japan, Tunesien und ein UEFA-Playoff-Team zusammen. Auf dem Papier sind die Niederlande Favorit, aber Japan hat bei der WM 2022 bewiesen, dass es die großen europäischen Mannschaften schlagen kann. Tunesien ist taktisch diszipliniert und schwer zu bezwingen. Diese Gruppe könnte die engste des gesamten Turniers werden – alle drei etablierten Teams sind auf ähnlichem Niveau. Die Quoten auf den Gruppensieg verteilen sich ungewöhnlich gleichmäßig: Niederlande 1.80, Japan 3.50, Tunesien 6.00. Wer auf Japan als Gruppensieger setzt, findet bei 3.50 genügend Value für ein Team, das bei zwei der letzten drei WMs die Gruppenphase überstanden hat.
Gruppe G vereint Belgien, Ägypten, Iran und Neuseeland. Belgiens goldene Generation um Kevin De Bruyne nähert sich dem Ende, und die Frage ist, ob die nächste Welle von Talenten rechtzeitig für die WM reif ist. Ägypten mit Mohamed Salah hat den gefährlichsten Einzelspieler der Gruppe, und Iran ist ein routinierter WM-Teilnehmer, der selten glänzt, aber selten völlig enttäuscht. Neuseeland hat als einziger ozeanischer Vertreter die undankbarste Rolle, könnte aber mit dem Stolz des WM-Debüts für Überraschungsmomente sorgen. Die Quoten auf Belgiens Gruppensieg liegen bei 1.50 – knapp, aber angesichts der Kaderprobleme nicht übertrieben.
Gruppe H ist auf dem Papier eine der stärksten: Spanien, Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde. Spanien als amtierender Europameister ist der klare Favorit, aber Uruguay hat mit Nunez und Valverde die Einzelspieler, um jeden zu schlagen. Die Celeste hat bei den letzten sechs Weltmeisterschaften fünfmal die Gruppenphase überstanden – eine Bilanz, die kaum ein anderes Team vorweisen kann. Saudi-Arabien hat bei der WM 2022 bewiesen, dass es auf der größten Bühne für Sensationen gut ist – der 2:1-Sieg gegen Argentinien war eines der größten Ergebnisse der WM-Geschichte. Kap Verde ist der romantische Außenseiter – der Inselstaat mit weniger Einwohnern als Graz kämpft um jeden Ball wie um sein Leben. Für österreichische Fans hat Gruppe H eine besondere Bedeutung: Der Sieger dieser Gruppe könnte im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe J treffen – also auf Österreich. Der Turnierbaum macht diese Kreuzung wahrscheinlich, und ein mögliches Achtelfinale gegen Spanien wäre ein Duell, das ganz Österreich in Atem halten würde.
Gruppen I bis L – Österreichs Nachbarschaft
Gruppe I bringt Frankreich, Senegal, Norwegen und ein interkontinentales Playoff-Team zusammen. Frankreich ist der klare Favorit, aber Senegal hat die Qualität, für Probleme zu sorgen – die westafrikanische Mannschaft hat bei der WM 2022 die Gruppenphase überstanden und verfügt über eine Mischung aus Premier-League-Härte und afrikanischer Spielfreude, die schwer zu verteidigen ist. Norwegens Erling Haaland spielt erstmals bei einem großen Turnier – das allein macht jedes Spiel der Gruppe unberechenbar. Haaland hat in der Premier League und der Champions League bewiesen, dass er Spiele allein entscheiden kann, aber im Trikot der Nationalmannschaft fehlt ihm die Unterstützung, die er bei Manchester City hat. Für Wettende ist Gruppe I interessant, weil die Quoten auf den Gruppensieg Frankreich bei 1.40 sehen – fast geschenkt, aber Frankreich hat in den letzten Turnieren immer wieder schwache Gruppenphasen gezeigt, bevor die Mannschaft im K.o.-Modus aufgedreht hat. Bei der EM 2024 gewann Frankreich kein einziges Gruppenspiel in der regulären Spielzeit. „Frankreich wird nicht Gruppensieger“ liegt bei 3.00 – ein Markt, der mehr Aufmerksamkeit verdient, als er bekommt.
Gruppe J – die Gruppe, die für uns zählt. Argentinien als Titelverteidiger, Algerien als direkter Konkurrent und Jordanien als WM-Debütant. Österreichs Chancen und Wettmärkte habe ich auf einer eigenen Seite ausführlich analysiert. Hier nur so viel: Das Opta Power Rating stuft Gruppe J als eine der stärksten des Turniers ein, getrieben durch Argentiniens Spitzenwert. Für Österreich ist der zweite Platz das realistische Ziel, und die Quoten von 2.20 bis 2.40 auf das Weiterkommen bieten moderaten Value. Das Spiel Argentinien gegen Österreich am 22. Juni in Dallas ist aus österreichischer Sicht das emotionale Highlight der Gruppenphase – und wetttechnisch eines der spannendsten, weil die Nebenmärkte (Beide Teams treffen, Über/Unter, Handicap) bei diesem Kräfteverhältnis besonders attraktive Quoten liefern.
Gruppe K vereint Portugal, Kolumbien, Usbekistan und ein interkontinentales Playoff-Team. Portugal mit Cristiano Ronaldo – der mit 41 Jahren seine letzte WM spielen dürfte – und Bruno Fernandes ist der Favorit, aber der Generationenwechsel ist noch nicht abgeschlossen. Bernardo Silva, Rafäl Leao und Joao Felix bilden den kreativen Kern, während Ronaldo zunehmend eine Rolle als Symbolfigur und Strafraumstürmer einnimmt. Kolumbien mit James Rodrigüz und Luis Diaz ist der gefährlichste Herausforderer – James liefert bei Turnieren regelmäßig seine besten Leistungen ab, und Luis Diaz‘ Geschwindigkeit auf den Flügeln ist eine Waffe, die jede Verteidigung fürchtet. Usbekistan als WM-Debütant wird es schwer haben, aber die zentralasiatische Mannschaft hat in der Qualifikation bewiesen, dass sie offensiv denkt und technisch versiert ist. Für Wettende ist das Duell Portugal gegen Kolumbien das Gruppenspiel mit dem meisten Value-Potenzial: Beide Teams sind stark genug, um zu gewinnen, und die Quoten werden eng beieinander liegen. Das Ergebnis dieses Spiels könnte den gesamten Gruppenverlauf bestimmen.
Gruppe L schließt die Gruppenphase: England, Kroatien, Ghana und Panama. Auf dem Papier die stärkste Gruppe des Turniers, wenn man den Durchschnitt der vier Teams betrachtet. England und Kroatien sind beide Halbfinalisten der letzten Jahre, Ghana hat WM-Erfahrung und Talent, Panama kehrt nach seinem denkwürdigen WM-Debüt 2018 zurück. Das Duell England gegen Kroatien erinnert an das WM-Halbfinale 2018, das Kroatien nach Verlängerung gewann – ein Spiel, das in englischen Wettbüros noch immer diskutiert wird. Ghanas Mannschaft um die Ayew-Brüder und eine neue Generation talentierter Spieler ist schnell, athletisch und unberechenbar. Panama wird es schwer haben, aber das Team bringt eine südamerikanische Härte mit, die Spiele unangenehm machen kann. Hier kann jedes Team jeden schlagen, und die Quoten reflektieren das: Englands Gruppensieg liegt bei 1.70 – erstaunlich hoch für den Favoriten, aber Kroatien bei 3.50 ist ein realistischer Herausforderer. Für Wettende ist Gruppe L die Gruppe, in der Überraschungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein könnten.
Anstoßzeiten aus österreichischer Sicht
Die WM in Nordamerika bringt für österreichische Fans eine Herausforderung mit, die es bei den letzten europäischen und nahöstlichen Turnieren nicht gab: Die Zeitverschiebung. Die Spiele finden in drei Zeitzonen statt – Eastern Time (New York, Miami, Atlanta, Philadelphia, Boston), Central Time (Dallas, Houston, Kansas City) und Pacific Time (Los Angeles, San Francisco, Seattle). Für Wien bedeutet das Anstoßzeiten zwischen 12:00 und 04:00 Uhr MESZ.
Die meisten Gruppenspiele beginnen nach österreichischer Zeit zwischen 18:00 und 01:00 Uhr – das sind die Spiele an der Ostküste und im Zentrum der USA zur lokalen Prime Time. Spiele an der Westküste beginnen drei Stunden später: Ein Spiel um 21:00 Uhr Pacific Time ist 06:00 Uhr MESZ am nächsten Morgen. Österreichs Auftakt gegen Jordanien in Santa Clara (Pacific Time) beginnt um 06:00 MESZ – ein frühes Aufstehen, aber für einen historischen Moment akzeptabel.
Das Argentinien-Spiel in Dallas (Central Time) um 19:00 MESZ ist aus österreichischer Sicht perfekt terminiert. Und das Algerien-Spiel in Kansas City um 04:00 MESZ ist der härteste Brocken: mitten in der Nacht, am Wochenende, wenn die Versuchung groß ist, nach einem Bier einzuschlafen statt aufzubleiben. Für Wettende gilt: Plane deine Live-Wetten um die Zeitzonen herum. Die Spiele zwischen 18:00 und 23:00 MESZ sind ideal für aufmerksames Live-Betting. Für die Nachtspiele empfehle ich Pre-Game-Wetten am Vorabend.
Die K.o.-Runde verschiebt die Anstoßzeiten tendenziell nach hinten, weil die wichtigsten Spiele in der amerikanischen Prime Time angesetzt werden. Das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium wird voraussichtlich um 22:00 oder 23:00 MESZ beginnen – eine komfortable Zeit für den krönenden Abschluss. Die Halbfinals liegen voraussichtlich ähnlich günstig. Das bedeutet: Je weiter das Turnier fortschreitet, desto angenehmer werden die Anstoßzeiten für österreichische Fans – ein kleiner Trost für die frühen Morgenstunden der Gruppenphase.
Wer sich einen Überblick über die Stadien verschaffen will, in denen die WM-Geschichte geschrieben wird, findet Analysen zum Estadio Azteca für das Eröffnungsspiel und zu den Stadien, in denen Österreich spielt: dem Levi’s Stadium in Santa Clara und dem AT&T Stadium in Dallas. Jedes Stadion hat seine eigene Charakteristik – überdacht oder offen, Naturrasen oder Hybridrasen, klimatisiert oder der Witterung ausgesetzt -, und diese Details beeinflussen die Spielbedingungen und damit die Wettmärkte.
Gruppenwetten – welche Märkte sich lohnen
Die Gruppenphase bietet für Wettende ein breites Spektrum an Märkten, die über die klassische Siegwette hinausgehen. Wer sich auf die Gruppenphase spezialisiert, findet dort oft mehr Value als in den K.o.-Runden, weil die Informationslage in der Vorrunde am unklarsten ist und die Quoten am meisten Spielraum bieten.
Der Markt „Gruppensieger“ ist der offensichtlichste. In Gruppen mit einem klaren Favoriten (A, D, G, I) liegen die Quoten auf den Ersten bei 1.30 bis 1.60 – wenig Value, es sei denn, du glaubst an eine Überraschung. In offeneren Gruppen (C, E, F, L) sind die Quoten auf den Gruppensieg breiter verteilt und bieten mehr Raum für fundierte Wetten. Mein Favorit: Japan als Gruppensieger in Gruppe F bei 3.50 – ein Team mit WM-Erfahrung und einer Spielidee, die europäische Gegner regelmäßig überfordert.
Der Markt „Gruppenletzter“ wird oft übersehen, ist aber bei 48 Teams besonders interessant. In den meisten Gruppen gibt es einen klaren Favoriten für den letzten Platz – das sind die WM-Debütanten und die schwächer eingestuften Teams. Aber Überraschungen passieren: Bei der WM 2022 wurde Deutschland in der Gruppe mit Japan und Costa Rica Letzter. Die Quoten auf „Deutschland wird nicht Gruppenletzter“ in Gruppe E wären 2022 bei 1.10 gelegen – und hätten verloren. Sei vorsichtig mit Märkten, die „sicher“ aussehen.
„Über/Unter Gruppentore“ ist ein Markt, der bei WM-Gruppen gut funktioniert. In der Gruppenphase der WM 2022 fielen 2.72 Tore pro Spiel. Bei 48 Teams und 96 Gruppenspielen lässt sich die Gesamtzahl der Gruppentore relativ gut schätzen. Der interessante Markt ist aber nicht die Gesamtzahl, sondern die Verteilung: Gruppen mit einem klaren Favoriten und einem schwachen Team (A, D, G) tendieren zu mehr Toren, weil die Favoritensiege oft deutlich ausfallen. Gruppen mit vier gleichstarken Teams (F, L) tendieren zu weniger Toren, weil die Spiele enger und taktischer sind.
„Beide Teams treffen“ ist bei WM-Gruppenspielen ein starker Markt. In der Vorrunde 2022 trafen bei 33 von 48 Spielen beide Teams – das sind 69 Prozent. Wenn die Quoten auf „Beide Teams treffen“ in einem bestimmten Spiel über 2.00 liegen, lohnt sich ein genaürer Blick. Besonders in Spielen, bei denen beide Teams offensiv spielen müssen (drittes Gruppenspiel, beide brauchen einen Sieg), liegt die historische Quote bei über 70 Prozent. Die aktuelle Quotenanalyse zeigt, wo die besten Werte für die Gruppenphase zu finden sind.
Ein Spezialmarkt, den ich bei der WM 2026 besonders interessant finde: „Welche Gruppe hat die meisten Tore?“ Hier spielen die Gruppenstruktur und die Spielstile eine entscheidende Rolle. Gruppen mit offensiv eingestellten Teams und einem klaren Gefälle (E mit Deutschland und Curaçao, A mit Mexiko und Südafrika) tendieren zu hohen Gesamttorzahlen. Die Quoten auf die torreichste Gruppe verteilen sich breit, und eine fundierte Analyse der Spielstile aller vier Teams einer Gruppe gibt dir einen Vorteil gegenüber Wettenden, die nur auf den Favoriten schaün.
Die Gruppenphase der WM 2026 dauert vom 11. bis zum 28. Juni – 18 Tage mit durchschnittlich fünf bis sechs Spielen pro Tag. Das ist ein Marathon, nicht ein Sprint. Wer alle 96 Gruppenspiele wetten will, wird unweigerlich an Analysetiefe verlieren. Mein Rat: Wähle drei bis vier Gruppen aus, die du besonders intensiv verfolgst. Für österreichische Fans ist Gruppe J der natürliche Ausgangspunkt, ergänzt durch Gruppen, in denen Bundesliga-Spieler aktiv sind (E mit Deutschland, K mit Portugal) oder die besonders attraktive Wettmärkte bieten (F mit den Niederlanden und Japan, L mit England und Kroatien). Mit diesem Fokus bleibst du über die gesamte Gruppenphase handlungsfähig und vermeidest die Falle der Überwettung, die bei einem Turnier dieser Größe besonders verlockend ist.
FAQ
Wie viele Gruppen gibt es bei der WM 2026?
Die WM 2026 hat 12 Gruppen mit je vier Mannschaften - insgesamt 48 Teams. Das ist eine Erweiterung gegenüber dem bisherigen Format mit 8 Gruppen zu je vier Teams (32 Mannschaften). Die Gruppen tragen die Buchstaben A bis L. In jeder Gruppe finden sechs Spiele statt (drei Spieltage mit je zwei Parallelspielen), insgesamt 96 Gruppenspiele.
Wie viele Teams kommen aus jeder Gruppe weiter?
Die ersten zwei jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die Runde der 32. Zusätzlich kommen die acht besten Gruppendritten weiter - ermittelt nach Punkten, Tordifferenz und weiteren Kriterien. Insgesamt erreichen 32 von 48 Teams die K.o.-Phase, also zwei Drittel aller Teilnehmer.
In welcher Gruppe spielt Österreich?
Österreich spielt in Gruppe J zusammen mit Argentinien (Titelverteidiger und Topf-eins-Team), Algerien und dem WM-Debütanten Jordanien. Die Spiele finden in Santa Clara (17. Juni, 06:00 MESZ), Dallas (22. Juni, 19:00 MESZ) und Kansas City (28. Juni, 04:00 MESZ) statt.
